Programm

Auf dem Programm steht der Psalm 121 von König David:

„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen“ in der Vertonung des genialen Heinrich Schütz

Renaissance ist das neue Pop.

Ich werde oft gefragt, wenn ich von meiner Chorgründung erzähle, ob es nicht auch poppigeres oder groovigeres im Repertoire gibt als Kirchenmusik aus der Renaissance.

Dazu muss ich nun etwas weiter ausholen und einen kleinen musikgeschichtlichen und musikästhetischen Haken schlagen: Viele Leute werden heutzutage weniger mit Klassik sondern mit Pop, Rap, Swing, Folk, Mantras oder was auch immer sozialisiert.

Die Eule steht als Krafttier für Weisheit und Intuition. Sie gilt als Grenzgängerin zwischen den Welten.

Im Fall von Pop, Rap Swing hat man ja immer einen bestimmten Sound im Ohr, wie diese Musik klingen sollte. Meistens braucht man dazu instrumentale Begleitung, Soundtechnik, Produzenten und Techniker also einen immensen Aufwand, um diesen Sound auf die Bühne oder in Form einer Aufnahme zu realisieren.

Im Fall von Folk und Mantrasingen /Circlesongs liegt die Sache etwas anders, da geht es um Reduktion, je einfacher desto besser: Ein akustische Gitarre, eine oder mehrere Stimmen und das war´s. Es geht um die Frage, welcher Song uns Power für den Kreis, für die Gemeinschaft geben kann.

Der Vorteil von Renaissacemusik und Frühbarock ist dieses freie, schwebende Element. Diese Leichtigkeit ging in späteren Epochen verloren. Die Gesangsstimmen haben eine größere Eigenständigkeit, der musikalische Ausdruck ist einfach und klar, wie bei einem akustischen Beatles-Song: Norwegian Wood/Yesterday/Blackbird … (Die Beatles sind den umgekehrten Weg von einer Rockband zu Song-Poeten gegangen, die immer mehr klassiche Elemente und Streicher in ihre Musik gebracht haben).

Ich bin absolut affin zu Pop/Jazz und Weltmusik, und wenn ich ein Renaissance-Choral oder etwas anderes aus der Welt der Klassik interpretiere, so wird man das vom populärmusikalischen Standpunkt aus nachvollziehen können. Übrigens gibt es ja auch minimal music, wo etwas reduziert ist und die Elemente dieser Reduktion können eben rhythmisch, harmonisch oder in der Instrumentierung sein. Die Psalmen Davids sind zwar achtstimmig, aber harmonisch sehr reduziert.

Hej, du wirst vielleicht bemerken dass 5-8 stimmige polyphone Musik zu lernen gerade für eine Chorgründung ein sehr ambitioniertes Ziel ist. Aber hier siehst du meinen Beweggrund, einen Chor zu gründen. Hier geht es darum, alte, spirituelle, geniale Musik zu entdecken und wiederzuerwecken. Und natürlich gibt es auch circle-Songs, Stimmbildung und einfache Stücke zwischendurch zum entspannen und genießen. Ist doch klar 🙂

Sommerkanon